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Sie verfolgen mich!? Ein Web Tracking Experiment

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Viel war in den letzten Monaten über Privatsphäre und Datenschutz im Internet zu lesen.
Ein besonders heisses Thema ist hierbei das sog. “Tracking” von Usern mittels Cookies.
Kritiker befürchten das sich durch das Tracking von Nutzeraktionen auf verschiedenen Seiten komplette Profile erstellen lassen und wir so zum “gläsernen Menschen” werden.

Wie schlimm ist es nun aber wirklich ?
Um das herauszufinden habe ich mir das Firefox Addon Collusion installiert.
Es speichert alle Seiten die ich besuche, und ermittelt von welchen Servern diese im Hintergrund (Drittanbieter) Cookies nachladen.

Ich werde nun mehrere Tests durchführen:
Wie oft werde ich getrackt wenn ich…

  1. mit Standardeinstellungen surfe
  2. Den Do-not-Track Header im Browser aktiviere
  3. Ein Anti-Tracking Addon benutze (Ghostery)

Heute Teil 1 … die Standardeinstellungen:

Dieser Graph zeigt meine Surfaktivität eines Tages.
Die Seiten mit den roten Kringeln sind laut PrivacyScore Trackingdienste.

Ich wurde an einem Tag von (mindestens) 15 Trackingdiensten erfasst.

Diese Trackingdienste verkaufen meine Daten an Dritte, in der Regel um ein besseres Targetting von Werbung über Website-Grenzen hinweg zu ermöglichen. Dies ermöglicht es wiederum den Seitenbetreibern ihre Einnahmen ein klein wenig zu steigern.

Practice what you preach ?

Die meisten deutschen “Leitmedien” nutzen übrigens lediglich den Zählpixel des IVW und keine Trackingcookies…. mit zwei interessanten Ausnahmen:
ARD (ard.de, hr.de) und die ZEIT (zeit.de).
Die ARD verwendet gleich 2 verschiedene Trackingfirmen (xiti.com, etracker.de) - die ZEIT verwendet webtrekk.net.
Interessant ist dies weil gerade diese beiden Medien sich immer wieder besonders kritisch gegenüber Webtracking geäussert haben (z.B. hier, und hier und hier).

Da sage ich doch mal: practice what you preach !


Geschrieben von Philipp

2. März 2012 um 1:12

Veröffentlicht in Datenschutz, Netzpolitik

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