Missbrauch von Kontodaten bei PayPal
Wenn man sich bei PayPal ein Konto anlegt, werden einige der Pflichtangaben verifiziert, so z.B. ob man auch tatsächlich Inhaber der hinterlegten eMail-Adresse ist. Ob es unter der angegebenen Bankverbindung wirklich ein Konto gibt, wird mit der Gutschrift eines Cent-Betrags überprüft.
Da ich dieses System bereits kannte, war mir wenigstens klar, was es zu bedeuten hatte, als sich auf meinem Konto letzte Woche plötzlich eine solche Gutschrift zur Kontobestätigung fand. Ich habe natürlich nichts dagegen, wenn PayPal mir ein paar Cent schenkt.
Allerdings habe ich kein PayPal-Konto angelegt.
Es ist also jemandem gelungen, an meine Kontodaten zu gelangen und damit ein PayPal-Konto zu erstellen.
Nachdem ich die erste Überraschung überwunden hatte, sah ich dann, dass bereits für den Tag vor der Bestätigungs-Gutschrift eine andere Kontobewegung mit “PayPal” im Verwendungszweck aufgelistet wurde. Dieses Mal war es leider kein positiver Cent-Betrag, sondern es wurden 30€ für einen angeblichen “Einkauf bei King Com” abgebucht.
Servicewüste PayPal
Nach der umgehenden Rückgabe der Lastschrift habe ich mich per eMail mit PayPal in Verbindung gesetzt, um das Konto mit den falschen Angaben löschen zu lassen.
Was ich mir unkompliziert vorgestellt hatte, sollte jedoch zu einem Problem werden.
Eine erste Antwort bestand lediglich aus Textbausteinen und der Wiederholung meiner Problembeschreibung. Anstatt mir weiterzuhelfen, riet man mir:
Ich empfehle Ihnen, dass Sie uns telefonisch kontaktieren, anschließend
haben wir die Möglichkeit Sie kompetent zu beraten.
Eigentlich kann man daraus schließen, dass die kompetenten Mitarbeiter bei PayPal ausschließlich im Callcenter eingesetzt werden, während der eMail-Support von den inkompetenten Mitarbeitern übernommen wird, denn es gibt keine Aufkunft, die ich nicht per eMail, sondern nur telefonisch hätte geben können.
Die Hotline ist natürlich kostenpflichtig.
Eine entsprechende Antwort meinerseits brachte mich leider nicht weiter. Auch die nächste Replik bestand überwiegend aus Textbausteinen (die teilweise inhaltlich in diesem Kontext sogar unsinnig waren). Auch hier wurde mir erklärt, man könne mir nur am Telefon weiterhelfen, denn:
Wenn ein Bankkonto missbräuchlich verwendet wurde, kann die
Angelegenheit nur telefonisch gelöst werden, da wir den Inhaber des
Bankkontos persönlich sprechen müsen um dann mit Ihnen nach der
Bankverbindung zu suchen.
Ich denke, nicht nur mir erschließt sich der Zusammenhang, der hier nahegelegt wird, nicht.
Als Fazit bleibt:
Mein Konto kann weiterhin von jemandem für kriminelle Aktivitäten verwendet werden.
Ich habe nicht nur das Problem, dass ich mein Konto nun ständig überwachen muss, sondern ich soll für die Behebung dieses Missstands auch noch Telefongebühren bezahlen.
Was mich daran aufregt ist nicht nur, dass ich eine solche Service-Mentalität bei einem amerikanischen Unternehmen enttäuschend finde, sondern auch, dass meine Daten missbraucht werden und PayPal dies durch Unterlassen der Kontolöschung fördert.
Mein nächster Schritt wird tatsächlich der Griff zum Telefonhörer sein.
Allerdings wähle ich nicht die Nummer der PayPal-Hotline, sondern die der Verbraucherzentrale.
Das Gleiche ist mir mit Click&Buy passiert. Jemand kaufte bei Ebay einen meiner Artikel und bezahlte nicht. Dadurch hatte derjenige aber meine Bankverbindung und erstellte ein Click&Buy Konto. Bei mir betrug die Abbuchung knapp 200 Euro…… Momentan wird gegen dejenigen in knapp 200 Fällen ermittelt….. Ich habe sofort Strafanzeige gestellt. Würde ich Dir auch empfehlen.
Conny
16 Nov 09 um 4:42
Moin, ist es nicht sogar so (meine Registrierung bei Paypal ist schon lange her), dass man nach der Cent-Überweisung von Paypal das Konto erst aktivieren muss (durch Angabe des Cent-Betrags)? Also muss ja jemand dein Konto einsehen oder gut raten können …
Ich würde auf jeden Fall Anzeige erstatten, in der Regel ist man nicht alleine.
Gruß
Jürgen
Jürgen Brings
16 Nov 09 um 8:09
Interessante Story. Ich würde in diesem Fall auch nicht bei der Hotline anrufen. Es ist schlichtweg eine Frechheit den Nicht-Kunden zu weiteren kostenproduzierenden Maßnahmen aufzufordern, Immerhin ist es deren Problem, nicht Deines. Also weiter fleißig die Lastschriften zurückholen, dann wird PayPal schon von alleine reagieren …
Stefan
16 Nov 09 um 12:15
[...] ich an den Reaktionen auf meinen ersten Artikel zum Thema PayPal-Kundenservice merken konnte, hatten schon viele Leute dort [...]
Kundenservice bei PayPal? Fehlanzeige! at Maschinendenk
16 Nov 09 um 11:02